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Ratgeber · Praxis und Gebühren

Versteckte Gebühren im Ausland: Auslandseinsatz und DCC

Beim Bezahlen im Ausland kommen mehrere kleine Aufschläge zusammen. Dieser Ratgeber zeigt, wo sie stecken, was die EU-Regeln dazu sagen und wie Sie die größte Falle umgehen.

3 Min Lesezeit 708 Wörter 4 FAQs
Jan-Tristan Rudat
Jan-Tristan Rudat Entwicklung und Konzeption
Geprüft am

Warum die Reise teurer wird, als das Preisschild vermuten lässt

Auf der Speisekarte und am Schalter wirken Preise im Ausland überschaubar. Was später auf dem Kontoauszug steht, ist oft etwas höher. Der Grund sind meist nicht die Preise selbst, sondern Entgelte und Aufschläge zwischen dem Terminal und Ihrem Konto. Jeder einzelne Posten wirkt klein, über einen ganzen Urlaub kommt aber ein spürbarer Betrag zusammen.

Diese Aufschläge sind in der Regel kein Betrug. Sie stehen in den Preisverzeichnissen der Banken. Sie fallen nur deshalb kaum auf, weil sie bei der Zahlung nicht sichtbar sind. Wer die Mechanik kennt, kann die meisten davon vermeiden.

Die typischen Kostenarten

  • Auslandseinsatzentgelt oder Fremdwährungsentgelt Ihrer Bank. Manche Banken berechnen es für Zahlungen in fremder Währung als Prozentsatz vom Umsatz, andere nicht. Wie hoch es bei Ihrer Karte ist, steht im Preis- und Leistungsverzeichnis. Allgemeine Durchschnittswerte nennen wir bewusst nicht, weil sie sich von Karte zu Karte stark unterscheiden.
  • Wechselkursaufschlag. Statt des Referenzkurses nutzt der Abrechnende einen etwas schlechteren Kurs. Die Differenz ist seine Marge und taucht nicht als eigene Zeile auf.
  • Feste Gebühr je Abhebung. Manche Banken berechnen sie zusätzlich zum Prozentsatz, wenn Sie im Ausland Bargeld abheben.
  • Gebühr des Automatenbetreibers. Manche Automaten verlangen für die Auszahlung eine eigene Gebühr. Sie wird vor der Bestätigung angezeigt.
  • Dynamic Currency Conversion (DCC). Die Umrechnung durch Händler oder Betreiber, dazu gleich mehr.

DCC: die freundliche Frage am Terminal

Die größte vermeidbare Falle heißt Dynamic Currency Conversion. Das Terminal oder der Automat fragt, ob Sie in Euro oder in der Landeswährung bezahlen möchten. Euro wirkt bequem, weil Sie sofort sehen, was die Zahlung in Ihrer Heimatwährung kostet. Doch dann legt nicht Ihre Bank, sondern der Betreiber des Terminals den Wechselkurs fest, und der enthält seinen Aufschlag.

Die Regel ist einfach: Bezahlen Sie in der Landeswährung. Dann rechnet Ihre Bank um, und Sie zahlen nur das, was in ihren Konditionen steht. Wie viel eine Euro-Zahlung mehr kostet, hängt vom Aufschlag des Terminals ab. Den dürfen Sie vor der Zahlung ablesen. Tragen Sie ihn im Rechner ein, dann sehen Sie die Differenz in Euro.

Besonders hartnäckig ist DCC an Geldautomaten, bei Mietwagen und bei Online-Buchungen ausländischer Anbieter. Dort ist die Euro-Option teils vorausgewählt oder optisch hervorgehoben. Lesen Sie genau, welche Taste Sie drücken.

Was die EU-Regeln sagen

Für Zahlungen innerhalb der EU gelten seit 2020 Transparenzregeln, die die Verordnung (EU) 2019/518 eingeführt hat. Sie betreffen Karten- und Automatenzahlungen in einer anderen EU-Währung als Ihrer Kontowährung, etwa in Złoty, Kronen oder Forint. Kurz zusammengefasst verlangen sie:

  • Ihre Bank muss Ihnen die Währungsumrechnungsentgelte als Prozentsatz über dem letzten verfügbaren Euro-Referenzkurs der EZB nennen.
  • Wer die Umrechnung am Terminal oder Automaten anbietet, muss vor der Zahlung die Entgelte und den verwendeten Wechselkurs offenlegen.

Diese Regeln gelten für Zahlungen in der EU. Außerhalb der EU, etwa in den USA, der Türkei oder Thailand, greifen sie nicht in derselben Weise. Ob und in welcher Form Ihre Bank die Informationen zustellt, steht in den Bedingungen Ihrer Karte. Dieser Ratgeber ist keine Rechtsberatung.

Bargeld am Automaten

Am Geldautomaten können sich mehrere Posten stapeln: die DCC-Frage, eine Gebühr des Betreibers, das Entgelt Ihrer Bank und eine feste Abhebegebühr. Daraus ergeben sich zwei Regeln:

  • Heben Sie lieber seltener und größere Beträge ab, damit sich feste Gebühren je Vorgang auf mehr Geld verteilen.
  • Prüfen Sie die Gebühr des Betreibers, bevor Sie bestätigen. Sie lässt sich durch Abbruch vermeiden.

Im Rechner tragen Sie die feste Gebühr und die Zahl der Abhebungen ein und sehen, wie stark sich der Unterschied zwischen einer und fünf Abhebungen auswirkt.

Vor der Reise vorbereiten

Lesen Sie im Preis- und Leistungsverzeichnis Ihrer Karten nach, was Auslandseinsatz und Bargeldabhebung kosten. Manche Karten verlangen im Ausland nichts, das kann sich aber ändern, deshalb lohnt der Blick in die aktuellen Konditionen. Nehmen Sie, wenn möglich, zwei Karten unterschiedlicher Anbieter mit, damit Sie nicht ohne Zahlungsmittel dastehen. Und merken Sie sich den EZB-Referenzkurs für Ihr Reiseziel als Maßstab.

Worauf es ankommt

Die größten Hebel sind einfach: In Landeswährung zahlen, die Konditionen der eigenen Karte kennen, am Automaten seltener und größere Beträge abheben und Gebühren des Betreibers vor der Bestätigung lesen. Mit dem Referenzkurs als Maßstab erkennen Sie am Terminal sofort, ob ein Angebot fair ist.

FAQ

Häufige Fragen

Soll ich am Terminal in Euro oder in Landeswährung bezahlen?

In Landeswährung. Wählen Sie Euro, legt der Händler oder Automatenbetreiber den Umrechnungskurs fest (Dynamic Currency Conversion). Der enthält einen Aufschlag, den Sie vor der Zahlung am Terminal ablesen können. Bei Landeswährung rechnet Ihre Bank um.

Was ist das Auslandseinsatzentgelt?

Das Auslandseinsatzentgelt ist eine Gebühr, die manche Banken für Kartenzahlungen und Abhebungen in fremder Währung oder im Ausland berechnen. Ob und wie hoch es ist, steht im Preis- und Leistungsverzeichnis Ihrer Bank. Der Rechner nimmt den Prozentwert, den Sie dort finden.

Warum ist Bargeldabheben im Ausland oft besonders teuer?

Am Automaten können mehrere Posten zusammenkommen: das Entgelt Ihrer Bank, eine feste Gebühr je Abhebung und eine Gebühr des Automatenbetreibers. Die Gebühr des Betreibers wird vor der Auszahlung angezeigt, und Sie können den Vorgang abbrechen.

Hilft ein Währungsrechner gegen versteckte Gebühren?

Er zeigt Ihnen den EZB-Referenzkurs als Maßstab. Weicht der Betrag am Terminal deutlich davon ab, kennen Sie die Größe des Aufschlags. Im Rechner können Sie die Aufschläge Ihrer Bank und des Terminals eintragen und den Aufpreis ausrechnen.

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Quellen

Worauf dieser Ratgeber sich stützt

Veröffentlicht · zuletzt geprüft
Verantwortlich: Jan-Tristan Rudat
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